Ausstellung
verlängert bis
Februar 2012, Mo-Sa 8-18 Uhr,
So nach
Vereinbarung.
zur Ausstellung
erscheint ein
Katalog.
Unter dem Titel
„Einheit der
Zwietracht“
führt die
Galerie Gölles
unter ihrem Dach
zwei Künstler
zusammen, wie
sie auf den
ersten Blick
gegensätzlicher
nicht sein
könnten: Günter
Brus, ehemaliger
Wiener Aktionist,
Begründer der
Körperkunst,
Erfinder der
Bild-Dichtung,
Zeichner und
Schriftsteller,
der vom „meistgehaßten
Österreicher“
zum
Staatspreisträger
mit eigenem
Museum
avancierte. Und
Enrique Fuentes,
vierzig Jahre
jüngeres Talent
aus Mexiko, der
an der École des
Beaux-Arts in
Paris Malerei
studierte,
zwischen Mexiko
City, Paris,
Berlin und Wien
pendelt und von
2005 bis 2011
Assistent von
Arnulf Rainer
war.
Die Einheit, die
der
Ausstellungstitel
evoziert,
scheint primär
eine räumliche
zu sein, denn
visuell
verweigern sich
die Zeichnungen
und Gemälde
einer
apostrophierten
Harmonie, um in
unversöhnlicher
Zwietracht
schweigsam
nebeneinander zu
hängen. Enrique
Fuentes
präsentiert neue
großformatige
Leinwände, die
einer
expressiven
Abstraktion
huldigen und mit
wahren
Farbexplosionen
überwältigen. Es
scheint, als
würde auf den
Leinwänden von
Enrique Fuentes
der Kampf
zwischen der
Dynamik der
Abstraktion und
der
Unnachgiebigkeit
der Figur toben
und in den
neueren Bildern
endgültig in der
reinen Feier der
Farben aufgelöst
worden sein,
wohingegen
Günter Brus
kleinformatige
Zeichnungen und
die
sechzehnteilige
in Schwarz-Weiß
gehaltene
Bild-Dichtung
„Sieben Tage
Zorn“ (1996)
zeigen.
“Sieben Tage
Zorn“ eröffnen
mit einem Kelch
bitteren Gesöffs
und verknüpfen
assoziativ die
sieben
biblischen
Schöpfungstage
mit den sieben
apokalyptischen
Zornesschalen.
Doch zelebriert
Brus nicht den
Untergang des
Abendlandes,
sondern ein
„endlos
dahingrauendes
Morgengrauen“
führt den
Betrachter in
die
kleinbürgerliche
Scheinmoral
einer „Scheiß
Welt“ mit
doppelköpfigen
Fratzen und
unheimlichen
Zwitterwesen,
deren
geographische
Lokalisation
durch die
Attribute auf
den „Textseiten“
erleichtert wird
Brus'
Zeichnungen wie
„Fragwürdiges
Produkt der
Ratlosigkeit“
(1991), „Liebe
ist ein anderes
Wort für
Tastsinn“ (1987)
oder „Die große
Kunst der
Gezeiten“ (1989)
fügen sich
nahtlos in ein
bildzeichnerisches
Kontinuum, das
die körperlichen
Gesten des
Informel mit den
existenziellen
Entäußerungen
der Aktionen,
den
herrschaftskritischen
Überzeichnungen
der
Irrwisch-Zeit
und den
poetischen
Vereinigungen
der
Bild-Dichtungen
verbindet.
Den
herrschaftskritischen
Zeichnungen und
Bild-Dichtungen
von Günter Brus,
mit ihren
Tier-Mensch-Wesen,
kybernetischen
Organismen,
Schädel- und
Embryoformen,
Körperfragmenten
und
-verletzungen
stehen die
farbgewaltigen
Ölmalereien
Enrique Fuentes
gegenüber.
Gemälde wie
„Spaziergänger“,
„Schwarzer
Regenbogen“,
„Vertikalschmerzfragment“
oder „Nutzlose
Schönheit“
scheinen
keinerlei
Gegenstands-
oder
Figurenbezug
mehr
aufzuweisen. Es
sind
Farbexplosionen,
Pigmentfächer,
Koloritkaskaden,
Lichtbrandungen,
Rinnsale,
dynamische
Schlieren und
eruptive
Manifestationen.
Fuentes erreicht
mit seinen
neuesten
Gemälden eine
Bildlebendigkeit,
die heftige
Erregung
widerstrahlt und
von einer
explosiven
Energie
durchdrungen
ist. Diese
Unmittelbarkeit
der Wirkung
erreicht er
durch einen
direkten
Farbauftrag: er
schüttet die
Farbe, spritzt
sie, läßt sie
rinnen,
klatscht sie
direkt mit den
Händen auf die
Leinwand oder
schleudert die
ungebundenen
Farbpigmente auf
die
Bildoberfläche.
Der Begriff der
„Ein-heit“
leitet sich
etymologisch vom
althochdeutschen
Wort für
„Person“ oder
„Wesen“ ab, der
wiederum mit der
altindischen
Wurzel für
„Helle“, „Licht“
und „Gestalt“
verwandt ist,
und bezeichnet
wortgetreu „eine
lichte
Erscheinung“.
Die Einheit der
Zwietracht
umschreibt somit
bereits von
ihrem Ursprung
her trotz
unterschiedlichen
(künstlerischen)
Trachtens eine
gemeinsame
lichte
Erscheinung.
(Auszug aus
Katalogtext -
Günter Brus /
Enrique Fuentes,
Einheit der
Zwietracht -
Roman Grabner)
GÜNTER BRUS
Biografie /
Ausstellungen
1938
geboren in
Ardning,
Österreich
1953-1958
Kunstgewerbeschule
Graz, dann
Akademie für
angewandte Kunst
Wien,
vorzeitiger
Austritt
1961
Ausstellung
Galerie Junge
Generation Wien
(mit A.
Schilling)
1963
Malerei in einem
labyrintischen
Raum
1964
Erste Aktion
„Ana“, Wien
1966
Teilnahme am „Destruction
in Art
Symposion“,
London
1968
Nach der Aktion
„Kunst +
Revolution“
(Universität
Wien)
Verurteilung zu
6 Monaten
Gefängnis
1969
Flucht nach
Berlin
1970
Letzte Aktion
„Zerreißprobe“,
München
1971
In
Frankfurt
erscheint das
Buch „Irrwisch“.
Ausstellung
„Handzeichnungen“,
Galerie Michael
Werner, Köln
1972
„Documenta
5“, Kassel. „The
Berlin Scene“,
Gallery House
London
1973
„Bodyworks“,
Museum of
Contemporary Art
Chicago.
1976
Ausstellung
„Zeichnungen und
Schriften“,
Kunsthalle Bern
1979
Übersiedlung
nach Graz
1980 „Kunst
der 70er Jahre“,
Biennale
Venedig.
Wanderausstellung
„Bild-Dichtungen“,
Whitechapel Art
Gallery London,
Kunstverein
Hamburg,
Kunstmuseum
Luzern
1981
Schluß der
Wanderausstellung,
Kulturhaus Graz
1982
„Documenta
7“, Kassel. „Australian
Biennale“,
Sydney
1983
„New Art“, Tate
Gallery London.
„Stillstand der
Sonnenuhr“
erscheint
(Wien/München)
1984 Der
Roman „Die
Geheimnisträger“
erscheint
(Salzburg).
„Augensternstunden“
(Retrospektive),
Van Abbe Museum
Eindhoven
1985 Bühnenbild-
und
Kostümgestaltung
zu G. Roths
„Erinnerungen an
die Menschheit“,
Schauspielhaus
Graz
1986 „Der
Überblick“
(Retrospektive),
Museum des 20
Jahrhunderts
Wien,
Lenbachhaus
München,
Kunsthalle
Düsseldorf.
„Rennweg“
(Attersee, Brus,
Nitsch, Pichler,
Rainer),
Castello di
Rivoli Turin,
Nationalbibliothek
Madrid
1987
„Berlin art
1961-1987“,
Museum of Modern
Art, New York
1988
„Australian
Biennale“,
Sydney.
„Aktionsmalerei
- Aktionismus“,
Museum
Fridericianeum
Kassel,
Kunstmuseum
Winterthur,
Museum für
Angewandte Kunst
Wien.
Bühnenbild- und
Kostümgestaltung
zu A. Schönbergs
„Die Erwartung“,
Stadttheater
Luxemburg
1989
„Der
zertrümmerte
Spiegel“,
Albertina Wien,
Museum Ludwig
Köln.
„Bilderstreit“,
Messehallen
Köln. „Open Mind“,
Museum Van
Hedendaagse
Kunst, Gent
1990
„Gegenwart
Ewigkeit“,
Martin-Gropius-Bau,
Berlin
1993
„Morgen des
Gehirns, Mittag
des Mundes,
Abend der
Sprache“,
(Verlag „Das
hohe
Gebrechen“).
„Sichtgrenze-Limite
de Vue“
(Retrospektive),
Centre Georges
Pompidou, Paris
1994 Kostümgestaltung
zu L. Jánaceks
„Das schlaue
Füchslein“,
Semperoper
Dresden.
„Couplet 2“,
Stedelijk Museum
Amsterdam
1995 Kostümgestaltung
zu F. von
Hermanovsky-Orlandos
„Die Fürstin von
Cythera“,
Nationaltheater
Weimar,
Schönbrunner
Schloßtheater
(Wiener
Festwochen)
„Identitá e
Alteritá“,
Biennale Venedig
1996
„Blitzartige
Einfälle in
vorgegebene
Ideen“, Neue
Galerie Graz,
Moderna Galerija
Lublijana
1997
„Biennale“,
Lyon
1998
„Out of action“,
Los Angeles,
Wien, Barcelona
„Goya,
hommages“, Musée
des Beaux-Arts
Bordeaux
„Werke
aus der Sammlung
Essl“, Sammlung
Essl,
Klosterneuburg
1999
„Leuchtstoffpoesie“
(Retrospektive
Bild-Dichtungen),
Kunsthalle
Tübingen
Kunsthalle Kiel,
Neue Galerie
Linz
2001
„Peinture
comme Crime“,
Musée de Louvre,
Paris
Film
„Körperanalyse“
in
Zusammenarbeit
mit Peter
Kasperak
2002
„Body Art and
Nobody Art“,
Institute of
Contemporary Art
Palm Beach, USA
„Die gute alte
Zeit“, Verlag
Jung und Jung,
Salzburg
2003
„Werkumkreisung“,
(Retrospektive),
Albertina Wien
2004 „Werkumkreisung“,
(Retrospektive),
Neue Galerie
Graz, Kunsthaus
Zug
„Art Utopia“,
Macba, Barcelona
„Viaggio intorno
all´opera“,
(Retrospektive),
Galleria d`Arte
Moderna di
Bologna
„Aktionismus“,
Budapest Galerie
2005
„The dirty
imballishment“,
Mike Weiss
Gallery, New
York
„Nervöse Stille
am Horizont“, „
Quietud nerviosa
a l´horitzo“
MACBA, Barcelona
2006
„A
Günter Brus
Retrospective“,
Slought
Foundation
Philadelphia
2007
Uraufführung des
Theaterstücks
„Burleske
Kunstfehler“,
KunsthausWeiz
„Aurore
de minuit“,
Museé d´Art
Moderne, Saint
Etienne
2008
„Brus`and Blakes
Jobs“ Neue
Galerie Graz
2009
Bruseum,
Konfluenzen &
Differenzen I“,
Grafiken Günter
Brus und Max
Klinger, Neue
Galerie Graz
„Mitternachtsröte“,
Gemeendemuseum
Den Haag
2011
„Staging Action“
Performance in
Photografie
since 1960
Robert and Joyce
Menschel
Gallery, New
York
"Melancholie
und Provokation.
Das Egon
Schiele-Projekt",
Leopold Museum
Wien
ENRIQUE FUENTES
Biografie
1980
geboren in
Mexiko City,
Mexiko
1999 – 2000
École Nationale
Supérieure
d’Arts,
Paris-Cergy. (ENSA
Paris-Cergy),
Frankreich
2001 – 2007
École Nationale
Supérieure des
Beaux-Arts de
Paris (ENSBA) in
der Klasse von
Jean-Michel
Albérola. Paris,
Frankreich
2004 – 2005
Aufenthalt in
Tokyo, Japan
2005 – 2011
Malassistent von
Arnulf Rainer in
Teneriffa,
Spanien
2006
Internationale
Sommerakademie
für Bildende
Kunst in
Salzburg.
Atelier
Installation
(Raum-Installation,
Objektkunst,
Mixed Media) mit
Guillaume Bijl,
Österreich
2008 – 2009
Post-Diplôme.
École Nationale
Supérieure des
Beaux-Arts de
Paris (ENSBA),
France
Einzelausstellungen
2005
„aloXe01”
Gmunden,
Österreich
2007
„Enrique Fuentes
- Amnésies/Montage”,
Mexikanische
Botschaft Wien
(Katalog)
„Enrique Fuentes
- Intervalo”,
Kunstmuseum
Francisco Cossio,
San Luis Potosi,
Mexiko (Katalog)
„Enrique Fuentes
- Intersección”,
Galerie Emilia
Cohen, Mexiko
City, D.F.
2008
“Enrique
Fuentes”,
Gallery Emilia
Cohen, Mexiko
D.F.
“Enrique Fuentes
- Instante
cualquiera”,
Kunstmuseum
Aguascalientes,
Mexiko (Katalog)
2009
“Enrique Fuentes
”, Artfiler
Galerie, Paris,
Frankreich
“Enrique Fuentes
- Work-in’
Progress“, El
Náutico Gallery,
Teneriffa,
Spanien
“Enrique
Fuentes”,
Kunstmuseum
Queretaro, Qro,
Mexiko,
(Katalog)
“Enrique Fuentes
- On paper”,
Galerie IX,
Budapest, Ungarn
(Katalog)
2010
„Enrique Fuentes
- Retrospectiva”
Centro de las
Artes –
Centenario,
San Luis Potosí,
SLP. Mexiko
„Enrique Fuentes
- Apprendre à
voler”, Galerie
Chantal
Bamberger,
Strassburg,
Frankreich
„Schlafwandeln“,
Galerie Ulysses,
Wien (Katalog)
Galerie Kunst &
Handel, Graz
(Katalog)
2011
„Die blaue
Stunde“, Galerie
Schmidt, Reith
im Alpbachtal
(Katalog)
„Dunkle
Energie“,
Enrique Fuentes
/ Günter Brus,
Galerie Kunst &
Handel, Graz
(Katalog)
„Einheit der
Zwietracht“,
Enrique Fuentes
/ Günter Brus, galerie gölles,
Fürstenfeld
(Katalog)
Gruppenausstellungen
(Auswahl)
2006
„Why is the
rabbit always
late?”,
Installation
Festung
Hohensalzburg,
Salzburg
„Arbeiten vom
Salinen-Symposium”,
Galerie im
Traklhaus,
Salzburg
„Gefangene
Seelen -
gefüllte
Schwänze” In der
Deutschvilla,
Strobl am
Wolfgangsee
2007
„52ème Salon
d’Art
contemporain de
Montrouge”,
Théâtre de
Montrouge –
Hôtel de Ville,
Frankreich
2008
„53éme Salon
d’Art
contemporain de
Montrouge”,
Théâtre de
Montrouge –
Hôtel de Ville,
Montrouge,
Frankreich
(Katalog)
Museum Walter,
Kunstpreis
„Leonardo
2007-2008”,
Augsburg,
Deutschland
(Katalog)
„Room 02”,
Everydays
Gallery, Paris,
Frankreich
Gallery
Artdecotek
Studio,
Shanghai, China
2009
IV
Zeichnungsbiennale
Silvia Pawa,
Mexiko D.F.
Gallery Artfiler,
Paris,
Frankreich
Jadite Gallery,
New York, USA
2010
Artfiler
Gallery, Paris,
Frankreich
2011
Künstlerhaus
Wien
„Wege zur
Abstraktion“,Galerie
Kunst & Handel,
Graz
„Sommerausstellung“,Galerie
Ulysses, Wien
„Arbeiten auf
Papier“,Galerie
Kunst & Handel,
Wien